Burnout oder Boreout – was ist schlimmer?

Einen Burnout kennen viele, dabei handelt es sich um Überlastung und Dauerstress im Beruf, oder in wenigen Fällen auch privat. Daneben gibt es aber auch einen Boreout, dabei handelt es sich um Zustand permanenter Langeweile im Beruf.

Burnout – Erschöpfung durch Stress

Der Begriff „Burnout“ wurde bereits im Jahr 1974 von dem Psychologen H. Freudenberger festgelegt. Er stellte fest, dass Menschen bestimmter Berufsgruppen wie Lehrer oder Sozialarbeiter besonders häufig erkrankten und sich sozusagen ausgebrammt fühlten. Dabei ist ein Burnout ein Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Dieser Zustand wird hervorgerufen durch eine konstante berufliche Überforderung oder auch Dauerstress. Dabei handelt es sich beim Burnout nicht um eine eigenständige medizinische Diagnose, sondern um eine Zusatzbeschreibung einer diagnostizierten Erkrankung.

Oftmals steckt hinter dem Burnout auch eine Depression, Infekte oder sogar Rückenschmerzen. Aber eines hat ein Burnout immer, und zwar die körperliche Erschöpfung. Daneben leidet aber auch das seelische Gleichgewicht. Symptome eines Burnouts sind daher etwa Depressionen, Angst- und Panikattacken, Herz-Kreislauf-Probleme, eine schwache Immunabwehr und häufig auftretende Infekte. Ebenso können aber auch Rücken, -Kopf- und Magenschmerzen, Ohrgeräusche, Störungen von Libido, Potenz und Fruchtbarkeit, Neigung zu Sucht sowie Selbstmordgedanken auftreten. 

In Deutschland sind etwa sechs Millionen Menschen von einem Burnout betroffen, das sind etwa 8 Prozent der gesamten Bevölkerung. Und hier muss gehandelt werden. Um den Burnout wieder loszuwerden ist körperliche Erholung genauso wichtig wie auch Gesprächs- und Verhaltenstherapien. Dabei müssen Patienten lernen ihre Zeit und auch ihre Kraft in Beruf und Freizeit neu einzuteilen um sich wieder zu erholen und entspannen. Bei Depressionen können Antidepressiva aus der Krise helfen. Bis Betroffene sich von einem Burnout erholen können oft Monate oder manchmal sogar Jahre vergehen, ein schweres Unterfangen.

Boreout – Krank durch Unterforderung

Das Gegenteil zum Burnout ist das Boreout, welches sich von dem englischen Wort „boredom“ ableitet, was Langeweile bedeutet. Dabei handelt es sich um einen Zustand permanenter beruflicher Unterforderung, Unzufriedenheit oder Langeweile. Hierbeit handelt es sich nicht um einen Krankheitsbegriff, sondern um die Auswirkungen der heutigen Arbeitswelt auf den Menschen. Und auch dies ist keine Seltenheit. Wer im Beruf zu häufig unterfordert ist, verliert das Interesse und langweilt sich, daneben wird er auch unzufrieden. Diese Situation der Langeweile wird leider von vielen Betroffenen später sogar versucht aufrecht zu erhalten. Wer sich erstmal daran gewöhnt sich zu langweilen wird auch bei höherer Anforderung an die Arbeit versuchen dieser Arbeit aus dem Weg zu gehen, täuscht Beschäftigung vor, langweilt sich aber in Wirklichkeit. Und wer hätte erwartet, dass etwa 10% der Arbeitnehmer sich im Beruf unterfordert fühlen. Eine Überqualifizierung kann etwa zu solch einem Problem führen.

Burnbout und Boreout zeigen ähnliche Symptome, denn die Auswirkungen auf den Körper und auf die Psyche können die gleichen sein. So können bei beiden Bauchschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, Tinnitus, Schlafstörungen, Depressionen und psychosomatische Erkrankungen auftreten. Es ist wichtig die Zeichen zu erkennen und zu handeln. Wenn es nicht hilft mit dem Vorgesetzten zu reden um die Situation zu ändern ist es am besten den Job zu kündigen und das Problem zu bekämpfen. Und erst dann einen neuen Job zu suchen.